Organsenkung? Dein Beckenboden kann vorbeugen!
Eine Organsenkung kann belastend sein – ist jedoch behandelbar. Mit gezieltem Beckenbodentraining kannst du Beschwerden lindern und einer weiteren Verschlimmerung vorbeugen.
Was ist eine Organsenkung?
Bei einer Organsenkung verlagern sich Organe wie z.B. Gebärmutter, Blase, Darm, nach unten und drücken in Richtung Scheide – vor allem bekannt ist die Gebärmutter- und die Blasensenkung. –. Die Ursache: Eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur. Somit können die inneren Organe nicht mehr ausreichend gestützt und an ihrem Ort gehalten werden.
Rund jede dritte Frau über 50 ist betroffen. Doch auch deutlich jüngere Frauen – etwa nach einer Schwangerschaft und Geburt oder jahrelangem falschen Training – können erste Anzeichen verspüren.
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Symptome einer Organsenkung
Die Beschwerden sind oft unspezifisch – und genau das macht die Diagnose so schwierig. Häufige Symptome sind:
Druckgefühl im Becken oder Unterbauch
Fremdkörpergefühl in der Scheide
Rückenschmerzen im unteren Lendenbereich
Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang
Inkontinenz und/oder häufiger Harndrang
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Nicht immer treten Beschwerden auf – manche Frauen bemerken die Senkung zunächst gar nicht.
Dein Beckenboden stützt deine Organe
Dein Beckenboden ist das zentrale Stützsystem deiner Organe – eine tief liegende Muskelplatte, die sich vom Schambein bis zum Steißbein und seitlich von Sitzbeinhöcker zu Sitzbeinhöcker spannt. Sie trägt die inneren Organe wie Blase, Gebärmutter und Enddarm und sorgt dafür, dass sie ihre Position im kleinen Becken behalten. Diese Aufgabe erfüllt dein Beckenboden , wenn du dich bewegst. Vor allem beim Husten, Niesen, Heben oder Joggen ist diese Muskelplatte gefordert. Wird der Beckenboden durch Schwangerschaft, hormonelle Veränderungen oder ungünstige Alltagsgewohnheiten geschwächt, kann er die Organe nicht mehr zuverlässig halten. Die Organe beginnen zu sinken. Deshalb gilt der Beckenboden als Schlüssel zu mehr Stabilität. Nur wenn er im Gleichgewicht zwischen An- und Entspannung ist, d.h. stark, elastisch und auch entspannt ist, kann er seine vielfältigen Aufgaben erfüllen.
Organsenkung Diagnose: Wie wird eine Organsenkung festgestellt?
Wenn du Anzeichen für eine Organsenkung hast, solltest du zur Gynäkologin oder Urogynäkologin gehen. Sie kann mithilfe einer Tastuntersuchung und ggf. Ultraschall feststellen, ob eine Senkung vorliegt – und die passende Therapie vorschlagen.
Wichtig: Wenn du eine Organsenkung frühzeitig erkennst, lässt sich eine Organsenkung gut konservativ behandeln – also ohne Operation.
Blasensenkung (Zystozele)
Die häufigste Form der Organsenkung betrifft die Harnblase. Bei einer Zystozele senkt sich die Blase in Richtung vordere Scheidenwand ab – manchmal bis vor den Scheideneingang. Typische Symptome sind ein häufiger Harndrang, das Gefühl, die Blase nie vollständig entleeren zu können, oder unwillkürlicher Urinverlust beim Lachen, Husten oder Sport. Eine Blasensenkung tritt häufig nach Geburten oder in den Wechseljahren auf, wenn es zu hormonellen Schwankungen oder Veränderungen kommt.
Gebärmuttersenkung (Descensus uteri)
Bei einer Gebärmuttersenkung verschiebt sich die Gebärmutter in Richtung Scheide. Je nach Ausprägung kann sie dabei teilweise (Grad I–II) oder vollständig (Grad III–IV) in die Scheide eintreten – man spricht dann auch von einem Gebärmuttervorfall. Erste Anzeichen sind ein Druckgefühl nach unten, keinen Boden zu haben, Rückenschmerzen oder ein „Ziehen“ im Unterleib. Bei Grad III kann die Gebärmutter im Stehen oder beim Pressen ertastet werden oder sie rutscht sogar nach aussen. Ursache ist meist eine Kombination aus schwachem Beckenboden und gesamtem erschlafftem Halteapparat (Ligamente).
Rektumsenkung (Rektozele)
Bei einer Rektozele wölbt sich der Enddarm durch die hintere Scheidenwand. Diese Form der Organsenkung äußert sich oft durch Schwierigkeiten beim Stuhlgang – etwa unvollständige Entleerung, Pressdrang oder das Gefühl, „nachhelfen“ zu müssen. Auch Luftabgang aus der Scheide beim Sport oder Sex kann ein Hinweis auf eine Rektumsenkung sein. Die Ursache liegt vor allem durch jahrelanges starken Pressen infolge chronischer Verstopfung, nach Geburten und einem geschwächten Beckenboden.
Beckenbodentraining bei Organsenkung: Was bringt es?
Gezieltes Beckenbodentraining hilft dir bei einer beginnenden oder leichten Organsenkung. Studien zeigen: Mit regelmäßigem Training lassen sich Beschwerden deutlich lindern und ein Fortschreiten der Senkung verhindern.
Wichtig dabei sind:
Lerne deinen Beckenboden kennen, nimm ihn wahr
Trainiere deinen Beckenboden, baue gezielt Muskelkraft auf
Integriere deinen Beckenboden bewusst im Alltag
Entspannung: Lerne auch, loszulassen
Schütze deinen Beckenboden und vermeide hohe Belastungen
Prävention: So kannst du einer Organsenkung vorbeugen
Auch wenn du (noch) keine Beschwerden hast, lohnt sich Beckenbodentraining als Präventionsmaßnahme – vor allem nach Geburten, in den Wechseljahren oder bei nur oder viel sitzender Tätigkeit.
Das kannst du tun:
Beckenbodentraining 2–3 Mal pro Woche (z. B. mit den BeBo®-Lernvideos)
Schulen des Haltungsbewusstsein im Alltag (insbesondere beim Heben von schweren Lasten)
Regelmäßige Bewegung, z. B. Wandern, Spaziergänge, Walking, BeBo®-Training oder ein individuelles Bewegungstraining-Programm
Ballaststoffreiche Ernährung und genügend Flüssigkeit (für eine entspannte Verdauung)
Übergewicht vermeiden oder reduzieren
Übung zur Wahrnehmung deines Beckenbodens:
Eine sehr gute Übung zur Wahrnehmung deines Beckenbodens findest du in unserem Lernvideos. Schau mal rein: